ENDE
Siaya County, Kenia

Wirkungsbericht2025

Wir sind der Boden, den wir essen. Bäuerinnen und Bauern von MOTHERLAND CBO in Siaya County, Kenia
Vorwort

Ein Jahr, in dem wir die Grundlagen für widerstandsfähige Landwirtschaft gestärkt haben.

2025 stand für MOTHERLAND im Zeichen von Konsolidierung, Lernen und Wachstum. Das Programm arbeitete weiterhin mit kleinbäuerlichen Bohnenbetrieben in Siaya County, und zwar mit einem integrierten Ansatz aus Schulungen, zertifizierten Saatgutsystemen, regenerativer Landwirtschaft, agronomischer Begleitung, Aggregation der Ernte und Marktentwicklung. Zugleich haben wir begonnen, einen digitalen Weg für skalierbare landwirtschaftliche Beratung aufzubauen.

Zugleich wurde das Modell auf die Probe gestellt. Die Beteiligung schwankte von Saison zu Saison, die Anbaubedingungen in der Hauptregenzeit unterschieden sich deutlich von denen der kleinen Regenzeit, und die Organisation musste Umlaufkapital, die Rückführung von Saatgutkrediten und eine sich verändernde Aufnahmefähigkeit des Marktes in Einklang bringen. MOTHERLAND betrachtet diese Schwankungen nicht als Ausnahmen, sondern nutzt sie, um Planung, Messung und Lernen zu verbessern.

Unser nächster Schritt besteht nicht einfach darin, mehr Bäuerinnen und Bauern zu erreichen. Wir wollen die Qualität der Begleitung vertiefen, die Aufnahmefähigkeit der Märkte erhöhen, die Klimaresilienz verbessern, das Saatgutsystem stärken und die Datensysteme aufbauen, mit denen sich Veränderungen über die Zeit belegen lassen.

Wir danken den Bäuerinnen und Bauern, unserem Team, den fachlichen Partnern, Förderern, staatlichen Einrichtungen und Marktakteuren, die diese Arbeit weiterhin möglich machen. Unser Ziel für 2026: Aus den Erfahrungen von 2025 ein stärkeres, besser messbares und leichter skalierbares Modell zu machen.

Catherine Awuor
Community Lead · CEO & Mitgründerin, MOTHERLAND CBO
Ein Grußwort von Learning from the Motherland gUG

Wenn ich auf 2025 zurückblicke, bin ich von Herzen dankbar für das, was wir gemeinsam erreicht haben. Wir haben in diesem Jahr nicht nur Programme umgesetzt, sondern echte Grundlagen geschaffen. Besonders stolz bin ich auf LIMA, unser KI-gestütztes Beratungstool für die Landwirtschaft, und darauf, dass wir nun ein eigenes Unternehmen für zertifiziertes Saatgut aufbauen.

Was mich beim Übergang von 2025 zu 2026 aber am meisten bewegt, ist größer als jedes einzelne Ergebnis. Wir stehen an einer Schwelle: Wir haben die Chance, MOTHERLAND institutionell zu skalieren und als eigenständige Organisation zu wachsen, nicht nur in dem, was wir jede Saison leisten, sondern in dem, was wir sind.

Ich bin den Bäuerinnen und Bauern zutiefst dankbar, die uns Saison für Saison ihr Land, ihr Saatgut und ihre Zukunft anvertrauen. Ich danke unserem großartigen Team und den Partnern, die auch in schwierigen Zeiten an unserer Seite standen, nicht nur in guten. Meine Hoffnung für das, was wir als Nächstes aufbauen, ist leicht ausgesprochen und schwer umgesetzt: eine Organisation, die stark genug ist, uns zu überdauern, und die den bäuerlichen Gemeinden in Siaya County noch lange dient, wenn wir nicht mehr da sind.

Diana Beata Krüger
Mitgründerin & CEO, Learning from the Motherland gUG
Aus der Bauerngemeinschaft von MOTHERLAND: zertifiziertes Nyota-Bohnensaatgut, Siaya County
Partnerschaft

Eine Partnerschaft für lokal getragenen Wandel.

Gestärkt wurde die Arbeit von MOTHERLAND im Jahr 2025 durch ein Netzwerk von Partnerschaften, das die kenianische Gemeindeorganisation mit fachlichen, staatlichen, marktbezogenen und internationalen Förderpartnern verbindet. Dieses Partnerschaftsmodell ist entscheidend, weil die Ergebnisse des Programms nicht von einer Organisation allein abhängen: Die Produktion zertifizierten Saatguts braucht regulatorische und fachliche Unterstützung, das Lernen der Bäuerinnen und Bauern agronomisches Know-how, die Aggregation Umlaufkapital und Marktbeziehungen, die digitale Beratung technologische und gestalterische Kompetenz.

Was diese Partnerschaft ermöglichen soll

  • Lokal getragene Begleitung der Bäuerinnen und Bauern und Einbindung der Gemeinden.
  • Zugang zu hochwertigem und zertifiziertem Saatgut.
  • Wissen über regenerative und klimaangepasste Landwirtschaft.
  • Aggregation und Marktanbindung, die Bäuerinnen und Bauern Absatzmöglichkeiten eröffnen.
  • Digitale Innovation durch die landwirtschaftliche Beratungsplattform LIMA.
„Wirkung entsteht durch Partnerschaft. Jeder Beitrag, ob finanziell, fachlich, strategisch oder aus der Gemeinde heraus, hat MOTHERLAND seiner Vision widerstandsfähiger und selbstständiger bäuerlicher Gemeinden ein Stück näher gebracht.“

Die Fortschritte von MOTHERLAND im Jahr 2025 verdanken wir dem Engagement von Partnern, die Fördermittel, Fachwissen, strategische Beratung und organisatorische Unterstützung eingebracht haben.

Unser herzlicher Dank gilt der Chancemaker Foundation für ihre finanzielle Unterstützung, mit der MOTHERLAND Aktivitäten für kleinbäuerliche Betriebe und den Aufbau nachhaltiger Agrarsysteme umsetzen und ausbauen konnte. Wir danken Peachstone.AI für den technischen Beitrag zur Entwicklung des digitalen Beratungstools LIMA. Besonders danken wir Cisco: Die Förderung von Cisco hat die Entwicklung des KI-gestützten LIMA-Tools erst möglich gemacht.

Ebenso danken wir Learning from the Motherland gUG für die kontinuierliche Führung und Partnerschaft in Management, Fördermittelakquise und strategischer Beratung sowie für die Vernetzung von MOTHERLAND mit größeren Netzwerken. Vor allem aber danken wir den Bäuerinnen und Bauern und ihren Gemeinden, die sich weiterhin beteiligen, neue Ansätze erproben, ihre Erfahrungen teilen und uns mit ihrem Feedback helfen, zu lernen und besser zu werden.

Ein verifizierter Betriebsnachweis
William Otieno, Bauer, Siaya County, Kenia
William Otieno
43 Jahre · Farmer, Siaya County

William Otieno ist einer der Bauern, deren Erfahrungen zeigen, wie das Programmmodell von MOTHERLAND in der Praxis wirkt. Seine Geschichte verbindet persönliche Schilderungen mit verifizierten Produktionsdaten aus der Aggregation von Januar bis Juni 2025.

„Ich mache Landwirtschaft, seit ich jung bin, und war schon Bauer, als MOTHERLAND gegründet wurde. Ich habe immer daran geglaubt, was mir das Land geben kann. Aber lange Zeit hat es mir viel weniger gegeben, als möglich gewesen wäre.“

Am Einsatz lag es nicht, sondern an fehlendem Wissen und Marktzugang. William baute auf 1,5 Acres Bohnen und Mais zusammen an und behielt nach Abzug von Betriebsmitteln und Arbeitskosten etwa KSh 4.000 Nettoeinkommen übrig. Bei einem Bohnenpreis von KSh 75/kg war an Wachstum nicht zu denken. Seit er 2023 zu MOTHERLAND kam, haben zertifiziertes Saatgut, Schulungen und ein verlässlicher Absatzmarkt mit KSh 125/kg für Bohnen die ganze Rechnung verändert. „Mein Bohnenertrag ist gewachsen: Mit nur 2 Packungen zu je 2 kg ernte ich auf 0,25 Acres 26 bis 30 kg Bohnen“, erzählt er. „Heute kann ich die nächste Saison planen, bevor die laufende vorbei ist.“

Verifizierter IndikatorDaten 2025
Ausgegebenes Saatgut2 Packungen zu je 2 kg
Anbaufläche Hauptregenzeit0,25 Acres
Gesamternte Hauptregenzeit26 kg
Als Saatgut zurückgegeben8 kg
Verkauft12 kg
Selbst verbraucht6 kg
01

Zusammenfassung

MOTHERLAND ist eine gemeindebasierte Agrarorganisation in Siaya County. Sie stärkt ländliche Existenzgrundlagen durch nachhaltige Landwirtschaft, zertifizierte Saatgutsysteme, regenerative Anbaumethoden, digitale Innovation und inklusive Marktchancen.

2025 hat MOTHERLAND sein integriertes Unterstützungsmodell für kleinbäuerliche Bohnenbetriebe weiter ausgebaut. Es verbindet Lernen und agronomische Begleitung mit Saatgutzugang, Produktion, Aggregation, Marktarbeit und der Reinvestition in den nächsten Anbauzyklus. Das Programm war in fünf bäuerlichen Gemeinden aktiv und hat die Beziehungen zu fachlichen, staatlichen und Marktpartnern gefestigt.

Im Jahr 2025 wurden 517 Teilnahmen von Bäuerinnen und Bauern in der Hauptregenzeit und der kleinen Regenzeit erfasst; 96 Bäuerinnen und Bauern nahmen an beiden Saisons teil. Die saisonalen Teilnahmen entsprechen nicht der Zahl der einzelnen erreichten Personen. Sie schwankten je nach lokalen Klimabedingungen, Präferenzen der Betriebe, verfügbarer Fläche, Produktionsmitteln und der internen Auswertung der Vorsaison durch MOTHERLAND.

Laut Produktionsdaten wurden in beiden Saisons 8.946 kg Bohnen geerntet. Über das Saatgut-Kreditsystem flossen 3.376,5 kg an MOTHERLAND zurück, weitere 4.114 kg kaufte MOTHERLAND den Betrieben ab. Die Rückführungsquote der Saatgutkredite liegt damit bei 72,1 %. In den Schulungsunterlagen sind 537 Teilnahmen über alle Themen und Termine hinweg dokumentiert. Da viele mehr als ein Thema besuchten, ist dies nicht die Zahl der einzelnen geschulten Personen.

Eine Fortschrittsbefragung erreichte 141 der 209 Bäuerinnen und Bauern, die in der Hauptregenzeit aktiv waren (Abdeckung 67,5 %). Von den Befragten berichteten 118 (83,7 %) von höherem Einkommen, 110 (78,0 %) von einer besseren Ernährungslage im Haushalt, 82 (58,2 %) von veränderten Anbaumethoden und 84 (59,6 %) von Maßnahmen zur Klimaanpassung. Es handelt sich um Selbstauskünfte der befragten Stichprobe, nicht um kausale Aussagen für das gesamte Programm.

Das Jahr hat auch gezeigt, wie wichtig finanzielle Disziplin und ein sorgfältiges Bestandsmanagement sind. Ein Betriebsmittelkredit über KES 300.000 wurde mit KES 339.000 zurückgezahlt, einschließlich KES 39.000 Finanzierungskosten. Zudem verkaufte MOTHERLAND zurückgeführte Bestände, um weitere Ankäufe bei den Betrieben zu finanzieren, und gab 1.500 kg als Saatgut für den nächsten Anbauzyklus aus.

Die wichtigsten Lehren aus 2025 sind eindeutig: Die saisonalen Bedingungen spielen eine große Rolle, die Aufnahmefähigkeit der Märkte muss wachsen, die Rückführung von Saatgut braucht kontinuierliche Begleitung der Betriebe, und bessere Längsschnittdaten sind unverzichtbar, um Veränderungen über die Zeit zu belegen. 2026 baut MOTHERLAND darauf auf: mit gezielter Marktentwicklung, Klimaresilienz, Saatgutsystemen, digitaler Beratung und MEAL.

02
Kapitel 02

Wirkung 2025 im Überblick

Zentrale Kennzahlen des Anbaujahres 2025 aus Registrierungs-, Produktions-, Aggregations- und Schulungsdaten.

517
Teilnahmen in Hauptregenzeit und kleiner Regenzeit, nicht 517 verschiedene Personen
96
Bäuerinnen und Bauern, die an beiden Saisons teilnahmen
141/209
Abdeckung der Fortschrittsbefragung: 67,5 % der in der Hauptregenzeit aktiven Betriebe
86
Teilnahmen junger Menschen: 18 bis 35 Jahre
537
Schulungsteilnahmen: Summe über alle Themen und Termine, nicht einzelne Personen
8,946kg
Bohnenernte: Hauptregenzeit und kleine Regenzeit zusammen
3,376.5kg
Über das Saatgut-Kreditsystem zurückgeführt
4,114kg
Von den Betrieben angekaufte Bohnen
72.1%
Rückführungsquote der Saatgutkredite: verifizierter Programmindikator
30
Soil Health Ambassadors, geschult in Bodengesundheit und Bodenanalyse
1,390.5kg
Produziertes zertifiziertes Nyota-Saatgut, laut Programmangaben
5
Bäuerliche Gemeinden in Siaya County

Vision

Widerstandsfähige und selbstständige bäuerliche Gemeinden, in denen jeder kleinbäuerliche Haushalt Zugang zu hochwertigem Saatgut, verlässlichen Märkten, klimaangepasstem Wissen und einem Leben in Würde hat.

Mission

Wir stärken ländliche Existenzgrundlagen, indem wir mit kleinbäuerlichen Betrieben zusammenarbeiten: durch nachhaltige Landwirtschaft, zertifizierte Saatgutsysteme, regenerative Anbaumethoden, digitale Innovation und inklusive Marktchancen.

Grundwerte

  • Integrität: Transparenz, Rechenschaft, verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen.
  • Innovation: Technologie und evidenzbasierte Lösungen.
  • Gemeinschaftliche Verantwortung: lokal getragene, nachhaltige Lösungen.
  • Inklusion: gleichberechtigter Zugang für Frauen, junge Menschen und benachteiligte Betriebe.
  • Nachhaltigkeit: umweltverträgliche Landwirtschaft.
03
Kapitel 03

Die Herausforderung in der Landwirtschaft

Warum diese Arbeit in Siaya County wichtig ist

Die Landwirtschaft ist in Siaya County nach wie vor die wichtigste Lebensgrundlage auf dem Land. Kleinbäuerliche Betriebe kämpfen jedoch mit einer Reihe eng verknüpfter Hürden: kaum Zugang zu zertifiziertem Saatgut, abnehmende Bodenfruchtbarkeit, unregelmäßige Niederschläge und Dürre, Schädlings- und Krankheitsdruck, wenig landwirtschaftliche Beratung, Nachernteverluste, schwache Verhandlungsposition und schwankende Preise.

HerausforderungBedeutung für die BetriebeAntwort von MOTHERLAND
Zugang zu gutem SaatgutSchlechtes Pflanzgut kann die Erträge begrenzenZertifizierte Saatgutsysteme und revolvierendes Saatgut-Kreditsystem
KlimaschwankungenDie Bedingungen der Saison beeinflussen Aussaat, Beteiligung und ErtragLernen zur Klimaanpassung und regenerative Methoden
BodengesundheitSinkende Bodenfruchtbarkeit kann das Ertragspotenzial mindernSchulungen zur Bodengesundheit, Ambassadors und regenerative Landwirtschaft
Zugang zu BeratungBetriebe brauchen fachliche Informationen zur richtigen ZeitSchulungen, agronomische Begleitung und digitale Beratung mit LIMA
MarktzugangEine gute Ernte bedeutet nicht automatisch AbsatzAggregation und Aufbau von Abnehmerbeziehungen
UmlaufkapitalDer Ankauf der Ernte erfordert LiquiditätBetriebsmittelfinanzierung und Bestandsumschlag
Nachernte / UnternehmenBestände müssen effizient verwaltet und abgesetzt werdenAggregation, Lagerverwaltung und Marktanbindung

Mehr als Produktion

Ein Betrieb hat vielleicht Land, aber kein gutes Saatgut. Er erzielt eine gute Ernte, findet aber kaum Absatz. Oder er erhält fachlichen Rat, hat aber nicht die Mittel, ihn umzusetzen. Hinzu kommt, dass Klimaschwankungen die Attraktivität der einzelnen Anbausaisons verschieben können.

Was die Daten aus 2025 zeigen

Die Beteiligung unterschied sich zwischen Hauptregenzeit und kleiner Regenzeit. Auch die Produktion fiel in den beiden Saisons deutlich unterschiedlich aus, weshalb eine Betrachtung nach Saison aussagekräftiger ist als ein einzelner Jahresdurchschnitt. Saatgutrückführung und Marktaufnahme stellen sich nicht von selbst ein, sondern müssen laufend gesteuert werden.

Die Antwort von MOTHERLAND

MOTHERLAND arbeitet entlang der gesamten Wertschöpfungskette, statt Saatgut, Agronomie, Märkte und Finanzierung als getrennte Themen zu behandeln. So erhalten die Betriebe Zugang zu guten Betriebsmitteln und Wissen, produzieren wirksamer, beteiligen sich an Aggregation und Märkten und tragen zu einem revolvierenden Saatgutsystem bei.

04
Kapitel 04

Das MOTHERLAND-Modell

Von gutem Saatgut zu stärkeren ländlichen Existenzgrundlagen. Der Ansatz von MOTHERLAND beruht auf einer zusammenhängenden landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette. Es geht nicht nur darum, Betriebsmittel oder Schulungen bereitzustellen, sondern ein System zu schaffen, in dem Bäuerinnen und Bauern Zugang zu Wissen und gutem Saatgut erhalten, produzieren, ihre Ernte bündeln, verkaufen und reinvestieren können.

01

Gutes Saatgut

Vermehrung zertifizierten Saatguts und Zugang über Saatgutkredite → besserer Zugang zu hochwertigem Pflanzgut.

02

Lernen

Gute landwirtschaftliche Praxis, regenerative Landwirtschaft, Bodengesundheit → mehr Wissen und fundiertere Entscheidungen.

03

Agronomische Begleitung

Feldbegehungen, Beratung und Anbauempfehlungen → besserer Umgang mit Produktionsrisiken.

04

Klima- und Bodenresilienz

Förderung der Bodengesundheit und klimaangepasster Methoden → mehr Fähigkeit, mit Produktionshürden umzugehen.

05

Produktion

Saisonaler Bohnenanbau mit Beteiligung der Betriebe → Ernten für Ernährung, Saatgut und Verkauf.

06

Aggregation

Ankauf und Rückführung von Bohnen aus den teilnehmenden Betrieben → besser organisierte Verbindung zwischen Betrieben und Markt.

07

Märkte

Beziehungen zu Abnehmern und Märkten → bessere Absatzmöglichkeiten für die Ernte.

08

Reinvestition

Rückführung und erneute Ausgabe von Saatgut in den folgenden Zyklen → ein revolvierendes System für künftige Produktion.

09

Digitale Beratung

Entwicklung der KI-gestützten Agrarberatung LIMA → Potenzial, landwirtschaftliches Wissen in großem Maßstab zugänglich zu machen.

Das Modell ist lokal verwurzelt und soll zugleich zunehmend skalierbar werden. Jedes Glied hängt von den anderen ab: Die Produktion bestimmt die Aggregation, die Aggregation den Cashflow, die Aufnahmefähigkeit des Marktes die Ankaufskapazität und die Saatgutrückführung die Möglichkeit, den nächsten Zyklus zu unterstützen.

Was das Modell nicht voraussetzt

  • Dass Schulungen automatisch zu höheren Erträgen führen.
  • Dass Teilnahme automatisch das Einkommen steigert.
  • Dass alle geernteten Bohnen über MOTHERLAND verkauft werden.
  • Dass eine einzelne Saison langfristige Resilienz belegt.
05
Kapitel 05

Theory of Change

Wie Aktivitäten zu Wirkungen beitragen sollen. Die Theory of Change (Wirkungslogik) von MOTHERLAND verknüpft die Hürden kleinbäuerlicher Betriebe mit einer Abfolge von Inputs, Aktivitäten, Outputs und Wirkungen. Dabei unterscheidet sie klar zwischen dem, was MOTHERLAND geleistet hat, und dem, was die Betriebe daraufhin berichtet oder gezeigt haben.

EbeneWirkungspfad MOTHERLANDNachweis / Indikator 2025
ProblemWenig gutes Saatgut, Klimaschwankungen, Bodenprobleme, kaum Beratung, Markt- und FinanzierungshürdenAusgangsdaten und Programmerfahrung belegen diese Hürden
InputsSaatgut, Fachwissen, Partnerschaften, Umlaufkapital, Betriebsdaten und digitale EntwicklungInitiative für zertifiziertes Saatgut; Partnernetzwerk; Betriebsmittelkredit; Entwicklung von LIMA
AktivitätenSchulungen, agronomische Begleitung, Saatgutvermehrung, Aggregation, Marktarbeit, Arbeit zur Bodengesundheit und Entwicklung der digitalen Beratung537 Schulungsteilnahmen; 30 von RHEA ausgebildete Soil Health Ambassadors; Saatgut- und Aggregationsdaten
OutputsBetriebe beteiligen sich; Saatgut wird produziert bzw. zurückgeführt; Bohnen werden geerntet und gebündelt; Wissen wird vermittelt517 saisonale Teilnahmen; 8.946 kg Ernte; 3.376,5 kg Saatgut zurückgeführt; 4.114 kg angekauft
Kurzfristige WirkungenBetriebe berichten von Veränderungen bei Wissen, Anbaupraxis, Einkommen und ErnährungslageVon 141 Befragten: 118 berichten von höherem Einkommen, 110 von besserer Ernährungslage, 82 von veränderten Anbaumethoden
Mittelfristige WirkungenWiderstandsfähigere und wirtschaftlich tragfähige Anbau- und SaatgutsystemeErste Belege liegen vor; die Längsschnittmessung auf Betriebsebene wird noch ausgebaut
Langfristige WirkungWiderstandsfähigere Existenzgrundlagen und selbstständige bäuerliche GemeindenEin angestrebter Beitrag, keine Behauptung, dass 2025 allein diese Wirkung belegt
Messprinzip. Für jede Wirkungsaussage in diesem Bericht gibt MOTHERLAND an, was sich verändert hat, für wen, in welchem Umfang, in welchem Zeitraum und aus welcher Quelle der Nachweis stammt. Beruhen Angaben auf Stichproben oder Selbstauskünften, wird dies ausdrücklich genannt.
06
Kapitel 06

Reichweite & Inklusion

517 Teilnahmen in zwei Anbausaisons. Die Arbeit mit den Betrieben war 2025 auf zwei Anbauzyklen ausgerichtet: die Hauptregenzeit von Januar bis Juni und die kleine Regenzeit von September bis Dezember. In der Hauptregenzeit gab es 209 Teilnahmen, in der kleinen Regenzeit 308.

Aus der Bauerngemeinschaft von MOTHERLAND: zertifiziertes Saatgut, Siaya County
Hinweis zum Lesen dieses Kapitels. Die Zahl 517 misst saisonale Teilnahmen, nicht die Zahl der im Jahr erreichten einzelnen Personen. Die 96 Bäuerinnen und Bauern, die an beiden Saisons teilnahmen, werden in beiden Saisonkohorten gezählt. So vermeidet der Bericht, die Zahl der erreichten Einzelpersonen zu hoch auszuweisen.
209
Teilnahme Hauptregenzeit: Zyklus Januar bis Juni
308
Teilnahme kleine Regenzeit: Zyklus September bis Dezember
96
Bäuerinnen und Bauern, die an beiden Saisons teilnahmen
Geografische Reichweite: Teilnahme nach Gemeinde
Saisonale Teilnahme Hauptregenzeit und kleine Regenzeit, 5 Gemeinden in Siaya County
Pap Gori
35
37
Malanga
67
38
Boro
25
12
Yala
82
77
North Alego
0
144
Hauptregenzeit (Jan.–Juni)Kleine Regenzeit (Sept.–Dez.)
Auf Wunsch von Bäuerinnen, Bauern und Gemeindevertretern hat MOTHERLAND sein Programm 2025 auf North Alego ausgeweitet. Gesamt: Pap Gori 72 · Malanga 105 · Boro 37 · Yala 159 · North Alego 144 · zusammen 517.
Teilnahme nach Geschlecht
405 Teilnahmen von Frauen · 112 von Männern in zwei Saisons
Frauen · 405 (78.3%)Männer · 112 (21.7%)
Teilnahme junger Menschen (18–35)
86 Teilnahmen junger Menschen: 62 Frauen, 24 Männer
Junge Frauen · 62Junge Männer · 24

Warum sich die Teilnahme zwischen den Saisons verändert hat

Ob sich kleinbäuerliche Betriebe an der Produktion beteiligen, hängt von lokalen Klima- und Wetterbedingungen in der Gemeinde ab, von ihren Präferenzen für bestimmte Anbausaisons, von verfügbarer Fläche und Produktionsmitteln sowie von der internen Auswertung der Vorsaison durch MOTHERLAND. Diese Auswertung prüft, wie gut die Betriebe die Produktionsvorgaben von MOTHERLAND umgesetzt haben. Sie ist ein Steuerungsinstrument des Programms, keine Wirkungskennzahl.

Lokale Führung in der Landwirtschaft stärken

Gemeinschaftliche Verantwortung ist die Grundlage für Nachhaltigkeit. Deshalb hat MOTHERLAND die dezentrale Führungsstruktur unter den Betrieben weiter gestärkt: Die Bäuerinnen und Bauern sind in Gruppen von je zehn Personen mit einer eigenen Leitung organisiert, und jedes Dorf hat einen Lead Farmer. So erreichen die Agronominnen und Agronomen die Haushalte leichter über die Gruppenleitung. Durch den Ausbau lokaler Führungskompetenz ist ein Unterstützungssystem entstanden, das auch über einzelne Projektaktivitäten hinaus funktioniert.

GemeindeHauptregenzeit (Frauen)Kleine Regenzeit (Frauen)FührungsrolleFrauen gesamt
Pap Gori31294 Gruppenleiterinnen, 1 Supervisorin60
Malanga48264 Gruppenleiterinnen, 2 Soil Health Ambassadors74
Boro21113 Gruppenleiterinnen32
Yala69633 Gruppenleiterinnen, 1 Soil Health Ambassador132
North Alego01076 Gruppenleiterinnen, 3 Soil Health Ambassadors107
Gesamt16923620 Gruppenleiterinnen & 6 Soil Health Ambassadors405

Frauen stellten 4 von 6 Lead Farmers im Dorf Pap Gori, 4 von 7 in Malanga, 3 von 3 in Boro, 3 von 8 in Yala und 6 von 14 im Ward North Alego. Das zeigt: Frauen übernehmen aktiv Führungsrollen.

07
Kapitel 07

Lernen & Schulungen

Von der Teilnahme zur Anwendung. Die Schulungen umfassten mehrere Themen, darunter konservierende Landwirtschaft, Sensibilisierung für den Bohnenanbau, Betriebsführung im Bohnenanbau sowie die RHEA-Schulung zum Erhalt der Bodengesundheit.

Schulungsteilnahmen nach Geschlecht
537 Teilnahmen insgesamt über alle Termine und Themen
Frauen · 406Männer · 131
Gezählt werden Teilnahmen, nicht einzelne Personen: Wer drei Termine besucht, wird dreimal gezählt.
Schulung Wissen Praxis Betriebsergebnis Wirkung für die Betriebe

Die Schulungen sollten das Wissen über den Bohnenanbau erweitern, praktische Anbauentscheidungen verbessern, regenerative Landwirtschaft und Bodengesundheit fördern, den Umgang mit Klima- und Produktionsrisiken stärken und das Gelernte mit dem übergreifenden Saatgut-, Produktions- und Marktmodell verbinden.

Von der Schulung zur Wirkung

Schulungsteilnahmen sind ein Output. Die Wirkungsfrage lautet, ob die Betriebe das Gelernte anwenden. Laut Fortschrittsbefragung gaben 82 der 141 befragten Bäuerinnen und Bauern (58,2 %) an, ihre Anbaumethoden verändert zu haben. Dies ist eine Selbstauskunft und wird getrennt von den Teilnahmezahlen ausgewiesen.

Nachweis der UmsetzungNachweis der WirkungNächste Schritte im Monitoring
537 Teilnahmen82/141 berichten veränderte PraxisBeobachtete Anwendung und dauerhafte Praxis
Schulung zu GAP84/141 berichten AnpassungsmaßnahmenKonkrete Anpassungsmaßnahmen
Schulung zur Bodengesundheit63 von 141 berichteten von Maßnahmen zum BodenschutzUmgesetzte Praktiken und Bodenindikatoren
Bodengesundheit

137 Bäuerinnen und Bauern wünschten sich mehr Schulungen zur Bodengesundheit, denn sie sehen ausgelaugte Böden als großes Hindernis für gute Erträge. Im November 2025 ging MOTHERLAND deshalb eine Partnerschaft mit RHEA ein, um die Betriebe bei Fragen der Bodengesundheit zu unterstützen. Seit 2026 läuft die Zusammenarbeit vollständig.

Nacherntephase & Marktzugang

Die Bäuerinnen und Bauern baten um Unterstützung beim Umgang mit der Ernte (98 Anfragen) und beim Zugang zu Marktsystemen (80 Anfragen). Daraus entstand eine Partnerschaft mit der Cereal Growers Association (CGA) sowie eine Absichtserklärung (MoU) mit einem privaten Aufkäufer, der die Ernten der Betriebe abnimmt.

08
Abschnitt 08

Saatgutsysteme & Klimaresilienz

Ein Saatgutsystem, das auch die nächste Saison trägt. Das Saatgutmodell von MOTHERLAND verbindet den Zugang zu hochwertigem Bohnensaatgut mit Schulungen, Unterstützung in der Produktion und einem revolvierenden Saatgut-Kreditsystem. So ermöglicht das ausgegebene Saatgut die Produktion, ein Teil der Ernte fließt zurück, und dieses zurückgeführte Saatgut dient wiederum der nächsten Aussaat.

Aus der Bauerngemeinschaft von MOTHERLAND: zertifiziertes Nyota-Bohnensaatgut, Siaya County
Saatgut ausgegeben Anbau durch die Betriebe Ernte Saatgut-Rückgabe Saatgut erneut ausgegeben Nächster Zyklus
87.7%
Rückführungsquote Hauptregenzeit: 1.537 von 1.752 kg erwartet
62.8%
Rückführungsquote kleine Regenzeit: 1.839,5 von 2.930 kg erwartet
72.1%
Rückführungsquote 2025 gesamt: 3.376,5 von 4.682 kg erwartet

In der Hauptregenzeit lag die Rückführung deutlich höher als in der kleinen Regenzeit. Hinter dem Jahreswert von 72,1 % verbirgt sich also ein wichtiger saisonaler Unterschied. Eine kontinuierliche Begleitung der Betriebe, Produktionsplanung und eine klare Kommunikation der Bedingungen des Saatgutkredits bleiben daher entscheidend.

Entwicklung des Saatgutkredits über zwei Jahre
Tatsächlich zurückgegebene kg (Balken) im Vergleich zur erwarteten Rückführung (Markierung), nach Saison
Jan.–Juni 2024
1,115 kg
Sept.–Dez. 2024
2,203 kg
Jan.–Juni 2025
1,537 kg
Sept.–Dez. 2025
1,839.5 kg
Tatsächlich zurückgegebenErwartete Rückführung
Gemessen am Ziel war Januar bis Juni 2025 die stärkste Saison (12,3 % unter dem Erwartungswert). September bis Dezember 2025 lag 37,2 % unter dem Erwartungswert, vor allem wegen veränderter Wetterbedingungen in der kleinen Regenzeit. MOTHERLAND stärkt die Einbindung der Betriebe und die Rückführung der Saatgutkredite weiter: durch bessere landwirtschaftliche Beratung, gemeinschaftliche Verantwortungsmechanismen und Weiterbildung der Bäuerinnen und Bauern.

Vermehrung von zertifiziertem Nyota-Saatgut

MOTHERLAND investierte rund KES 252.500 in den Aufbau eines Betriebs zur Vermehrung zertifizierten Saatguts und meldet 1,390.5 kg zertifiziertes Nyota-Saatgut, geerntet auf drei Acres unter Aufsicht von KEPHIS. Ein wichtiger Schritt, um den lokalen Zugang zu hochwertigem Saatgut zu verbessern.

InvestitionsbereichBetrag (KES)
Landpacht (3 Acres)15,000
Bodenvorbereitung (2x Pflügen)27,000
Saatgut und Betriebsmittel66,000
KEPHIS-Zertifizierung & Aufsicht27,000
Arbeitskosten (Aussaat, Jäten, Ernte)36,000
Nacherntebehandlung & Verpackung36,500
Transport & Logistik21,000
Rücklage für Unvorhergesehenes (10 %)24,000
Gesamtinvestition252,500

Geschätzter Marktwert

Die Niederschläge im Siaya County wurden immer unberechenbarer, mit langen Trockenphasen während Blüte, Hülsenbildung und Kornfüllung. Obwohl die empfohlenen Anbaupraktiken weitgehend eingehalten wurden, blieb die Produktion unter den erwarteten 1.920 kg von 3 Acres: Geerntet wurden 1.390,5 kg, die die Zertifizierungsstandards von KEPHIS erfüllten.

Voraussichtlicher Verkaufswert (300 KES/kg)KES 417.150 · 2.793,65 €
Gesamtinvestition / KostenKES 252.500 · 1.690,99 €
Geschätzter BruttoüberschussKES 164.650 · 1.102,66 €
Geschätzte Marge39.46%

Diese Zahlen geben den geschätzten Marktwert zum angegebenen Händlerpreis wieder. Sie sind nicht als realisierter Umsatz oder Gewinn für 2025 zu verstehen. Das Saatgut ist weiterhin eingelagert. Umrechnung in Euro zum Kurs vom 13. August 2026.

Klimaresilienz

Klimaresilienz lässt sich am besten als Zusammenspiel von Wissen, Anbauentscheidungen und Anpassungspraktiken beschreiben. Die geringere Ernte in der kleinen Regenzeit ist daher nicht allein als Produktionsverlust zu sehen. MOTHERLAND versteht diese Saison als wichtige Lernerfahrung, die gezeigt hat, wie notwendig es ist, Strategien zur Klimaanpassung im gesamten Produktionssystem zu stärken.

  • Aussaatzeitpunkte streuen, um klimatische Risiken zu verringern.
  • Dürreresistente Anbaumethoden fördern.
  • Bodenfeuchte besser erhalten.
  • Saisonale Wettervorhersagen verbessern.
  • Regenerative Anbaumethoden ausweiten.
  • Bäuerinnen und Bauern besser auf die Aussaat vorbereiten.

Erkenntnisse 2025

  • In der Hauptregenzeit wurde mehr Saatgut zurückgeführt als in der kleinen Regenzeit.
  • Die saisonalen Anbaubedingungen beeinflussen, ob die Betriebe ihre Saatgutkredite wie erwartet zurückführen können.
  • Die Rückführung von Saatgut erfordert kontinuierliche Begleitung und Produktionsplanung.
  • Künftiges Monitoring sollte konkrete Anpassungspraktiken erfassen, statt „Resilienz“ als pauschale Aussage zu verwenden.
09
Abschnitt 09

Produktion & Produktivität

Zwei Saisons, zwei Produktionsrealitäten. Die Aggregationsdaten 2025 zeigen, warum die Produktion nach Saison ausgewertet werden sollte und nicht als ein einziger Jahresdurchschnitt: In der Hauptregenzeit wurden auf 67,25 Acres 5.349 kg geerntet, in der kleinen Regenzeit auf 94,125 Acres 3.597 kg.

Handernte von Nyota-Bohnen auf einem Feld von MOTHERLAND, Siaya County
Erntereife Bohnen in einer der fünf Gemeinschaften von MOTHERLAND CBO, 2025.
KennzahlHauptregenzeitKleine RegenzeitGesamt
Anbaufläche67,25 Acres94,125 Acres161,375 Acres
Gesamternte5,349 kg3,597 kg8,946 kg
Ertrag79,5 kg/Acre38,2 kg/Acre55,4 kg/Acre*
Anteil an der Gesamternte59.8%40.2%100%

* Gesamtertrag = 8.946 kg ÷ 161,375 Acres: ein Indikator auf Programmebene, kein Durchschnitt pro Betrieb. Der Ertragsrückgang in der kleinen Regenzeit ist vor allem auf die starke Veränderung des lokalen Klimas zurückzuführen. Der saisonale Unterschied sollte als Grundlage für das Lernen im Programm und für eine anpassungsfähige Planung dienen.

Produktion im Überblick, letzte zwei Jahre

SaisonBetriebeFlächeSaatgut ausgegeben (kg)Saatgutkredit erwartet (kg)Saatgut zurückgegeben (kg)Angekauft (kg)Eigenverbrauch (kg)Gesamternte (kg)
Jan.–Juni 2024185199561,9121,1152,2948004,209
Sept.–Dez. 2024246761,5793,1582,2033,7908806,873
Jan.–Juni 202520967.258761,7521,5372,8299835,349
Sept.–Dez. 202530894.1251,4652,9301,839.501,285472.53,597

Die Anbaufläche hat sich fast verfünffacht: von 19 Acres im Zeitraum Januar bis Juni 2024 auf 94,125 Acres im Zeitraum September bis Dezember 2025. Im selben Zeitraum sank der Ertrag pro Acre, von 221 kg/Acre in der ersten Saison 2024 auf 38,2 kg/Acre in der kleinen Regenzeit 2025. Die Ernte 2025 lag 19 % unter der von 2024. Ein Grund ist das Wetter: Die kleine Regenzeit 2025 brachte lange Trockenphasen. Ein anderer ist das Wachstum: Viele neue Betriebe und Flächen kamen gleichzeitig ins Programm. Für 2026 setzt MOTHERLAND daher auf Ertrag pro Acre, Bodengesundheit und die Begleitung der Betriebe statt auf eine weitere Ausweitung der Fläche.

10
Abschnitt 10

Marktzugang & Aggregation

Die Aggregation verbindet die Produktion der Betriebe mit Absatzmöglichkeiten am Markt. 2025 kaufte MOTHERLAND 4.114 kg von den Bäuerinnen und Bauern an, im Schnitt 46,0 % der erfassten Ernte von 8.946 kg.

Aus der Bauerngemeinschaft von MOTHERLAND, Siaya County
Angekaufter Anteil der Ernte, nach Saison
Anteil der saisonalen Gesamternte, den MOTHERLAND angekauft hat
Jan.–Juni 2024
54.50%
Sept.–Dez. 2024
55.14%
Jan.–Juni 2025
52.89%
Sept.–Dez. 2025
35.72%
In den ersten drei Saisons (Januar bis Juni 2024 bis Januar bis Juni 2025) lag die Ankaufsquote konstant bei 52,89–55,14 %. Der Rückgang auf 35,72 % im Zeitraum September bis Dezember 2025 ging vor allem auf die geringe Produktion in der kleinen Regenzeit zurück. Für das Programm eine wichtige Lehre: Wie viel der Markt aufnehmen kann, hängt von Produktionsmengen, Zeitpunkt, Umlaufkapital und der Fähigkeit der Organisation ab, Ware anzukaufen und weiterzuverkaufen.
Kennzahl MarktHauptregenzeitKleine RegenzeitGesamt
Ernte5,349 kg3,597 kg8,946 kg
Angekaufte Menge2,829 kg1,285 kg4,114 kg
Angekaufter Anteil52.9%35.7%46.0%
Über das Saatgut-Kreditsystem zurückgeführt1,537 kg1,839.5 kg3,376.5 kg
Wirtschaftliche Sicherheit

Das Ankaufsmodell bietet den Bäuerinnen und Bauern einen verlässlichen Absatzweg und kann zu höheren Einkommen beitragen. In der Fortschrittsbefragung berichteten 118 von 141 befragten Bäuerinnen und Bauern (83,7 %) von gestiegenem Einkommen. Das ist ein selbst berichteter Hinweis auf eine positive Wirkung bei den Befragten, jedoch keine kausale Schätzung für das gesamte Programm.

Das revolvierende Lagermodell

Die Lagerdaten zeigen, wie zurückgeführte Bohnen weitere Ankäufe bei den Betrieben ermöglichen können. In der kleinen Regenzeit wurden 1.236 kg zurückgeführte Bohnen für KES 160.680 an einen Abnehmer verkauft. Mit dem Erlös wurden weitere Bohnen von den Bäuerinnen und Bauern angekauft. Das zeigt den praktischen Zusammenhang zwischen Saatgut-Rückführung, Lagerverwaltung, Liquidität und Aggregation, nicht aber einen Gewinn.

TransaktionMenge / WertBedeutung
Zurückgeführte Bohnen an Abnehmer verkauft1,236 kgTeil der Saatgutkredit-Rückführung, keine zusätzliche Ernte
Erzielte LiquiditätKES 160.6801.236 kg × KES 130/kg
Ankäufe bei Betrieben, kleine Regenzeit1,285 kgErfasste Ankaufsmenge

Markterkenntnisse 2025

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Abschnitt 11

Was sich für die befragten Betriebe verändert hat

Ergebnisse der Fortschrittsbefragung, der aussagekräftigsten Wirkungsdaten für 2025. Befragt wurden 141 der 209 Bäuerinnen und Bauern, die in der Hauptregenzeit aktiv waren. Das entspricht 67,5 % dieser Gruppe.

Aus der Bauerngemeinschaft von MOTHERLAND, Siaya County
Selbst berichtete Veränderungen bei 141 befragten Betrieben
Quelle: Fortschrittsbefragung 2025
Höheres Einkommen
118/141
Besserer Zugang zu Nahrung
110/141
Anpassung an den Klimawandel
84/141
Veränderter Pflanzenbau
82/141
Bodenschutz
63/141
Diese Ergebnisse sind wichtige Belege für die von den Bäuerinnen und Bauern berichteten Veränderungen. Sie werden jedoch nicht als Wirkungsschätzung für das gesamte Programm verwendet. Die 141 Befragten sind eine Stichprobe der 209 in der Hauptregenzeit aktiven Betriebe, nicht aller 517 saisonalen Teilnahmen. Die Befragung erfasst berichtete Veränderungen, keine unabhängig geprüften Haushaltseinkommen.

Möglichkeiten zur Triangulation

BefragungsergebnisErgänzende VerwaltungsdatenMessansatz für 2026
Höheres EinkommenErnte-, Aggregations- und VerkaufsdatenAntworten der einzelnen Betriebe mit ihren Transaktionen verknüpfen
Veränderte PraktikenSchulungs- und BetriebsdatenUmsetzung durch Folgebesuche prüfen und in EProd erfassen
Anpassung an den KlimawandelSchulungs- und ProduktionsdatenKonkrete Anpassungspraktiken durch weitere Befragungen erfassen
BodenschutzDaten des BodengesundheitsprogrammsUmsetzung per Befragung verfolgen und später mit dem Bodenmessgerät von RHEA über die Zeit messen
Geschichten & Stimmen aus den Betrieben

Die Menschen hinter den Zahlen.

Die in Videos festgehaltenen Aussagen der Bäuerinnen und Bauern wurden transkribiert und mit den Verwaltungsdaten abgeglichen. So unterscheidet der Bericht zwischen dem, was die Menschen erzählen, und dem, was die Daten belegen.

Bäuerinnen und Bauern von MOTHERLAND CBO, Siaya County, 2025.

Liz Akinyi, Bäuerin, Siaya County, Kenia
Liz Akinyi
Lead Farmer · Pap Gori
Alter 40Haushalt 10 Personen, 8 KinderErfahrung Über 15 Jahre in der Landwirtschaft
Die Ausgangslage

„Mit der Landwirtschaft versorge ich meine Familie. Ich habe acht Kinder, und dieses Land hält uns am Leben.“ Liz kaufte lokales Bohnensaatgut für KSh 250/kg und bewirtschaftete ein Acre im Mischanbau. Sie erntete nur 30 kg Bohnen und 100 kg Mais und verkaufte sie für KSh 75 bzw. KSh 50 pro Kilogramm. „Ich habe weniger verdient, als ich für den Anbau ausgegeben hatte. Ich habe hart gearbeitet und bin trotzdem immer weiter zurückgefallen.“ Das Schulgeld für ihre Kinder konnte sie nicht bezahlen.

Was sich verändert hat

Durch die Schulungen von MOTHERLAND, zertifiziertes Nyota-Saatgut auf Kredit und einen verlässlichen Absatz zu KSh 125/kg hat sich ihr Ertrag auf 100–120 kg pro Acre und Saison mehr als verdoppelt. „Heute kann ich das Schulgeld für meine acht Kinder ohne Sorgen bezahlen, ohne mir bei irgendwem Geld zu leihen.“

„Vor MOTHERLAND habe ich hart gearbeitet und bin trotzdem immer weiter zurückgefallen. Heute kann ich das Schulgeld für meine acht Kinder bezahlen, ohne mir Geld zu leihen. Ich überlebe nicht mehr nur. Ich baue mir etwas auf.“

30 → 100–120kg Bohnen/Acre/Saison
75 → 125KSh/kg Bohnenpreis
Florence Ochieng, Bäuerin, Siaya County, Kenia
Florence Atieno Ochieng
Lead Farmer · verwitwet, 5-köpfiger Haushalt
Alter 49Haushalt Florence & 4 KinderErfahrung Über 30 Jahre in der Landwirtschaft
Die Ausgangslage

Als Witwe trägt Florence jede Entscheidung und jede Ausgabe allein. Zertifiziertes Saatgut kostete bis zu KSh 800 pro Packung und war nur im über 5 Kilometer entfernten Siaya-Stadt erhältlich. In vielen Saisons konnte sie es sich schlicht nicht leisten. „Es gab keine verlässlichen Käufer und keine Sicherheit. Ich habe hart gearbeitet für sehr wenig, und niemand hat diese Last mit mir geteilt.“

Was sich verändert hat

MOTHERLAND stellte ihr Saatgut zu tragbaren Rückzahlungsbedingungen bereit, bot Schulungen an und vermittelte 80 % ihrer Ernte an einen festen Abnehmer zu KSh 125/kg, der die Ware gesammelt direkt am Hof abholt. In der letzten Saison erntete sie 270 kg Bohnen (drei volle Säcke), vergrößerte ihre Fläche von 0,75 auf ein ganzes Acre und wurde zum Lead Farmer ernannt. Heute begleitet sie andere Bäuerinnen und Bauern in ihrer Gemeinschaft.

„Ich mache mir keine Sorgen mehr um Saatgut und Dünger, und keine Sorgen mehr um den Absatz. MOTHERLAND hat mir beides gegeben. Jetzt kann ich mich auf die Landwirtschaft konzentrieren und auf die Bäuerinnen und Bauern um mich herum.“

0,75 → 1Acre Anbaufläche
270 kgBohnen, Ernte der letzten Saison
Willis Ochieng, Bauer, Siaya County, Kenia
Willis Ochieng
Farmer · einer der Jüngsten im MOTHERLAND-Netzwerk
Alter 29Einkommen Landwirtschaft, seit dem Einstieg bei MOTHERLAND
Die Ausgangslage

„Jedes Mal, wenn ich genau nachgerechnet habe, ging es nicht auf.“ Zertifiziertes Saatgut kostete bis zu KSh 800 pro Kilogramm, während der freie Markt nur KSh 75/kg für Bohnen zahlte. „Ich bin nicht an der Landwirtschaft gescheitert. Ich habe sie mir nüchtern angesehen und entschieden, dass es sich nicht lohnt.“

Was sich verändert hat

Eine einzige Schulung hat alles verändert: Bodenvorbereitung, Pflanzenpflege über die ganze Saison und Landwirtschaft als Unternehmen. Die fair bepreisten Betriebsmittel von MOTHERLAND beseitigten die Kostenhürde, und ein fester Absatzmarkt stand schon vor der Aussaat bereit.

„Ich hatte kein Interesse an Landwirtschaft, weil Saatgut und Dünger zu teuer waren und die Preise am Markt zu niedrig. Eine einzige Schulung von MOTHERLAND hat das komplett geändert. Jetzt bin ich Bauer, und für meine Ernte wartet schon ein Abnehmer.“

Joseph Were, Bauer, Siaya County, Kenia
Joseph Were
Soil Health Ambassador
Alter 63Haushalt 7 Personen, 6 KinderErfahrung 30 Jahre in der Landwirtschaft
Die Ausgangslage

Joseph bewirtschaftete ein halbes Acre im Mischanbau, seine beste Ernte lag bei etwa 40–84 kg Bohnen. Zertifiziertes Saatgut kostete KSh 820 pro 2-kg-Packung, und die Marktpreise fielen auf bis zu KSh 60/kg. „Der fehlende Marktzugang war die Mauer, gegen die ich jahrzehntelang gelaufen bin.“

Was sich verändert hat

Zu seiner vorhandenen Wurmkompostanlage stellte MOTHERLAND zwei weitere bereit. Mit nun drei Anlagen kann er sein ganzes Acre mit allen Kulturen Saison für Saison versorgen. Zusammen mit Schulungen und einem festen Absatzmarkt stieg sein Bohnenertrag auf 150–200 kg auf einem ganzen Acre. Das sichert ihm mindestens KES 14.000 pro Saison, und eines seiner Kinder studiert inzwischen.

„30 Jahre lang habe ich mit denselben Problemen gekämpft: teure Betriebsmittel, niedrige Erträge und kein Markt, der mich fair behandelt. Seit MOTHERLAND da ist, sind alle drei Probleme angegangen worden.“

84 → 150–200kg Bohnen, halbes → ganzes Acre
1 → 3Wurmkompostanlagen
Stimme aus dem Feld

Ian Owuor, Agronom

31 Jahre · 7 Jahre Erfahrung in der Landwirtschaft · seit 2 Jahren bei MOTHERLAND

„Gute landwirtschaftliche Beratung entsteht nicht allein durch Schulungen. Bäuerinnen und Bauern brauchen Wissen, das praxisnah ist, wiederholt wird, leicht zugänglich ist und zum richtigen Zeitpunkt begleitet wird. Wenn sich Feldteams an den Bedürfnissen der Betriebe ausrichten und die passenden Werkzeuge und Mittel haben, erreichen wir mehr Menschen und können fachlich bessere Unterstützung leisten.“
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Abschnitt 12

Bohnengeschäft: Einnahmen, Lagerbestand & verantwortungsvoller Umgang mit Mitteln

Die langfristige Vision von MOTHERLAND geht über die Umsetzung von Entwicklungsprojekten hinaus. Die Organisation baut gezielt ein finanziell tragfähiges landwirtschaftliches Unternehmen auf. Es soll Einnahmen erzielen, die fortlaufend in die Betriebe investiert werden, die Reichweite des Programms vergrößern und die Abhängigkeit von Fördermitteln mit der Zeit verringern. Die Bäuerinnen und Bauern sind dabei langfristige Geschäftspartner.

Wie sich der physische Lagerbestand bewegt hat

Bestand / BewegungMenge (kg)Wert / Einordnung
Übertrag aus dem Vorjahr780,0KES 101.400 bei KES 130/kg
Eingelagert Hauptregenzeit (Saatgut-Rückzahlungen und Ankäufe)4.366,0KES 567.580 bei KES 130/kg
Eingelagert kleine Regenzeit (Saatgut-Rückzahlungen und Ankäufe)3.124,5KES 406.185 bei KES 130/kg
Insgesamt erfasster verfügbarer Bestand8.270,5KES 1.075.165 bei KES 130/kg
Als Saatgut an Betriebe ausgegeben1.500,0Soziale, revolvierende Saatgutvergabe, kein Barverkauf
Erfasste kommerzielle Lagerabgänge3.658,0Bestandsmindernde kommerzielle Verkäufe
Lagerbestand zum Jahresende3.112,5Physischer Bestand nach allen erfassten Bewegungen

8.270,5 kg verfügbar, abzüglich 1.500 kg für Saatgutkredite und 3.658 kg kommerzieller Verkäufe, ergibt einen Endbestand von 3.112,5 kg. Der Lagerbestand umfasst nur die Bohnen, die als Saatgut-Rückzahlung oder Ankauf ins Lager gekommen sind. Der Rest der Ernte blieb bewusst bei den Familien, zur Ernährungssicherung sind rund 20 % vorgesehen: 983 kg von 5.349 kg in der Hauptregenzeit und 472,5 kg von 3.597 kg in der kleinen Regenzeit.

Kommerzielle Aktivität & Liquidität

Kommerzielle KennzahlErfasstes Ergebnis 2025Einordnung
Verkaufter Lagerbestand (bestandswirksam)3,658 kgÜber erfasste Verkäufe abgesetzter physischer Bestand
Erfasster Wert dieser TransaktionenKES 485.480Brutto-Transaktionswert, kein Nettogewinn
Separate Saatgutverkäufe an Betriebe16 kgGetrennt vom laufenden Lagerbestand erfasst
Wert der separaten SaatgutverkäufeKES 7.100Transaktionswert
Verkauf an Abnehmer, kleine Regenzeit1,236 kgKES 160.680 bei KES 130/kg
BetriebsmittelkreditKES 300.000Finanzierung, keine Einnahme
Rückzahlung gesamtKES 339.000Vollständig beglichen
FinanzierungskostenKES 39.000Differenz zwischen Kredit und Rückzahlung

MOTHERLAND hat einen Teil seines Bohnenbestands verkauft, Umlaufkapital zur Finanzierung der Aggregation eingesetzt, den Kredit über KES 300.000 samt KES 39.000 Finanzierungskosten vollständig zurückgezahlt und 1.500 kg Bohnen für die Vergabe als Saatgutkredit zurückbehalten. So fließt die kommerzielle Tätigkeit direkt in die weitere Unterstützung der Betriebe.

Finanzielle Prioritäten 2026

  • Mehr Umlaufkapital aus eigenen Einnahmen aufbauen.
  • Weniger auf kommerzielle Kredite und die damit verbundenen Finanzierungskosten von KES 39.000 angewiesen sein.
  • Institutionelle und private Abnahmevereinbarungen stärken.
  • Den Absatz aus dem Lagerbestand steigern.
  • Physische Inventur und buchhalterische Bewertung zum Jahresende festschreiben.
  • Eine abgestimmte Gewinn- und Verlustrechnung veröffentlichen, bevor ein Nettogewinn ausgewiesen wird.

Verantwortung gegenüber Partnern

MOTHERLAND wurde über drei Jahre hinweg unterstützt von Chancemaker Foundation : mit je EUR 50.000 in den Jahren 2023 und 2024 sowie EUR 15.000, die 2025 in Tranchen ausgezahlt wurden. Zudem erhielt MOTHERLAND USD 75.000 von Cisco für das KI-gestützte LIMA-Tool.

Kostenkategorie2025 (EUR)
Personalkosten (VZÄ)16,182.00
Transport4,515.60
Young Earth Guardians / Kinderprogramm426.00
Gemeindetreffen / Hausbesuche426.00
Büromiete und Material2,300.40
IT-Dienste / Büro-WLAN426.00
Sonstige laufende Kosten2,400.00
EPROD-Abonnement und Saatgutproduktion3,276.00
Dokumentierte Gesamtausgaben 202529,952.00

Die dokumentierten Ausgaben 2025 von EUR 29.952 übersteigen die EUR 15.000 an Chancemaker Foundation Fördermitteln, die 2025 eingegangen sind.

Was die Partnerförderung ermöglicht hat

PartnerHauptbeitrag zum Modell 2025Ergebnis für Förderer
Chancemaker FoundationFörderung des laufenden Betriebs und des LandwirtschaftsprogrammsPersonal, Transport, Gemeindearbeit, Technik, EPROD und Saatgutproduktion konnten aufrechterhalten werden
CiscoFörderung für digitale Innovation über USD 75.000Unterstützung von Entwicklung und Einführung von LIMA, einschließlich Inhalten, Pilotphase und Evaluation
Peachstone.AITechnische Umsetzung von LIMAKnow-how in der Entwicklung digitaler Tools
Learning from the Motherland gUGManagement, Mittelakquise und strategische BeratungOrganisationsführung und Unterstützung von Partnerschaften
13
Abschnitt 13

Herausforderungen und Erkenntnisse

Was MOTHERLAND 2025 über die Arbeit unter wechselhaften landwirtschaftlichen Bedingungen gelernt hat. Saisonale Wetterschwankungen wirkten sich auf Erträge und Beteiligung aus. Gleichzeitig musste MOTHERLAND die Rückführung von Saatgut, die Aufnahmefähigkeit der Märkte und das Umlaufkapital steuern und stärkere digitale Systeme sowie Messverfahren aufbauen.

HerausforderungDie Antwort von MOTHERLANDErkenntnis aus 2025
Unregelmäßige Niederschläge und KlimaschwankungenKlimaangepasste, regenerative Landwirtschaft, saisonale Planung und Arbeit an der BodengesundheitKlimaanpassung muss in Produktion, Saatgut und landwirtschaftlicher Beratung mitgedacht werden
Saisonale Unterschiede in der Beteiligung der Bäuerinnen und BauernPlanung, die lokales Klima, Präferenzen der Bäuerinnen und Bauern, Land und verfügbare Ressourcen berücksichtigtBeteiligung ist saisonal und sollte im jeweiligen Kontext betrachtet werden, nicht als feste Jahreskohorte
Aufnahmefähigkeit der Märkte und PreisunsicherheitAggregation, Zusammenarbeit mit Abnehmern und Bereitstellung von UmlaufkapitalProduktionsförderung wirkt am stärksten, wenn sie mit Marktplanung verbunden ist
Rückführung der SaatgutkrediteMonitoring der Rückführung, landwirtschaftliche Beratung und revolvierendes SaatgutmodellDie Rückführungsquote erfordert eine kontinuierliche Nachbetreuung jedes einzelnen Betriebs
Langfristige WirkungsmessungFortschrittsbefragung, Produktionsaufzeichnungen und Erfahrungsberichte von Bäuerinnen und BauernDie Kombination verschiedener Datenquellen macht Veränderungen bei den Betrieben besser nachvollziehbar
Digitale BeratungEntwicklung von LIMA mit technischen Partnern und FörderernDigitale Tools können die Beratung vor Ort ergänzen und künftig mehr Menschen erreichen
  • Integrierte Unterstützung zählt: Der Zugang zu Saatgut ist wertvoller, wenn Bäuerinnen und Bauern zugleich Fachwissen und Marktchancen erhalten.
  • Lokale Führung bleibt ein wichtiger Umsetzungsweg, getragen von Lead Farmern und Soil Health Ambassadors.
  • Klimaschwankungen müssen als zentraler Faktor der Programmarbeit gelten, denn sie beeinflussen sowohl Erträge als auch Beteiligung.

Das Jahr hat die Bedeutung wirtschaftlicher Tätigkeit im Sozialunternehmensmodell von MOTHERLAND bestätigt: Landwirtschaftliche Bestände können Markteinnahmen erzielen, während ein Teil im revolvierenden Saatgutsystem verbleibt. Die Qualität der Wirkungsberichterstattung hängt von der Qualität der Daten auf Ebene der einzelnen Betriebe ab. Wenn Beteiligung, Produktion, Verkäufe, Übernahme von Anbaupraktiken und Nachbetreuung miteinander verknüpft werden, kann MOTHERLAND Veränderungen deutlich belastbarer nachweisen.

Diese Erkenntnisse fließen in den Programmzyklus 2026 ein. MOTHERLAND baut die Langzeiterfassung auf Ebene der einzelnen Betriebe aus, damit saisonale Beteiligung und Erträge gemeinsam mit Einkommen, Übernahme von Anbaupraktiken, Saatgutrückführung und Verbleib im Programm betrachtet werden können. Besser verknüpfte Daten sollen Programmentscheidungen verbessern und Ergebnisse sichtbar machen.

14
Abschnitt 14

LIMA: Digitale landwirtschaftliche Beratung

Eine im Aufbau befindliche digitale Plattform, die landwirtschaftliches Wissen breiter zugänglich macht. 2025 hat MOTHERLAND die Entwicklung von LIMA als Plattform für digitale landwirtschaftliche Beratung vorangetrieben. Sie ergänzt die Beratung vor Ort um einen digitalen Kanal, über den Bäuerinnen und Bauern Informationen und Unterstützung erhalten.

Aus der Bauerngemeinschaft von MOTHERLAND, Siaya County

Entwicklungsschritte 2025

PlattformkonzeptWeiterentwickelt zu einer Initiative für digitale Agrarberatung
Technische EntwicklungPeachstone.AI unterstützte den Bau des Tools
FörderpartnerschaftCisco förderte den Entwicklungsprozess
Landwirtschaftliche InhalteAufbau digitaler Beratungsinhalte
BeratungsmodellKonzipiert als Ergänzung zur landwirtschaftlichen Beratung vor Ort

Warum LIMA wichtig ist

Klassische landwirtschaftliche Beratung ist stark auf Besuche vor Ort und die Verfügbarkeit von Beratungspersonal angewiesen. Bäuerinnen und Bauern brauchen Informationen zu Aussaat, Schädlingen, Pflanzenpflege, Düngung oder Märkten oft genau dann, wenn gerade niemand aus dem Außendienst erreichbar ist. LIMA wird entwickelt, um die fachliche Unterstützung über einen digitalen Kanal auszuweiten.

Geplante Nutzung durch die Bäuerinnen und Bauern

  • Geprüfte Fachinhalte: verlässlicherer Zugang zu landwirtschaftlichen Referenzinformationen.
  • Beantwortung von Fragen: Unterstützung bei alltäglichen Fragen rund um den Anbau.
  • Marktinformationen: bessere Kenntnis von Absatzmöglichkeiten.
  • Unterstützung des Beratungsteams: ein ergänzendes Werkzeug, um auf die Bedürfnisse der Betriebe einzugehen.
  • Zugang über WhatsApp: ein vertrauter und leicht zugänglicher Kommunikationskanal.

Ausblick

Die Bedeutung von LIMA wird sich zunehmend an der tatsächlichen Nutzung durch Bäuerinnen und Bauern sowie die Local Impact Teams zeigen, an der Qualität der Antworten und daran, ob die erhaltenen Informationen Entscheidungen und Anbaupraxis tatsächlich unterstützen. Mit der breiteren Einführung wird MOTHERLAND eine Datengrundlage zu Reichweite, Interaktion, Antwortzeit, Nutzungserfahrung und praktischer Anwendung aufbauen.

15
Abschnitt 15

Partnerschaften und Beitrag zu den SDGs

Die Arbeit von MOTHERLAND im Jahr 2025 wurde von einem Netzwerk aus Förderern sowie technischen, behördlichen, Umsetzungs- und Marktpartnern getragen. Jeder leistete einen eigenen Beitrag, sodass landwirtschaftliche Umsetzung, digitale Innovation, Saatgutqualität, Marktzugang und Organisationsentwicklung ineinandergreifen.

PartnerBeitrag 2025Rolle im Programm
Chancemaker FoundationMehrjährige Förderung; EUR 15.000 im Jahr 2025, nach jeweils EUR 50.000 in 2023 und 2024Förderung des Programmbetriebs und der landwirtschaftlichen Umsetzung
CiscoFörderung der Entwicklung von LIMAErmöglichte den Weg zur digitalen Innovation
Peachstone.AIAufbau und technische Entwicklung von LIMAStellte Kompetenz für digitale Beratung bereit
Learning from the Motherland gUGManagement, Mittelakquise, Partnerschaften und strategische BeratungVerband die Umsetzung vor Ort mit Fördermitteln und organisatorischer Unterstützung
KEPHISZertifizierung und behördliche AufsichtUnterstützte die Vermehrung zertifizierten Saatguts und die Einhaltung der Vorschriften
KALRO / technische AkteureFachliche Zusammenarbeit in der LandwirtschaftVerbesserte die technische Qualität und Bereitstellung von Saatgut
RHEA Soil Health / lokale AkteureLernen zur Bodengesundheit und Führung unter GleichgesinntenStärkte die Kompetenzen in den Gemeinden
Private Partner und AbnehmerMarktarbeitUnterstützten Aggregation und Verkauf

Beitrag zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung

Die Ergebnisse aus 2025 werden als Beitrag zu diesen Zielen dargestellt, nicht als Behauptung, die Organisation habe sie aus eigener Kraft erreicht.

SDG 1 · Keine Armut

Landwirtschaftliches Unternehmertum und marktorientierte Produktion. 118 von 141 der befragten Bäuerinnen und Bauern berichten von einem höheren Einkommen.

SDG 2 · Kein Hunger

Bohnenproduktion und Nutzung im Haushalt. Insgesamt 8,946 kg Bohnen wurden von den Betrieben geerntet.

SDG 5 · Geschlechtergleichheit

Beteiligung und Führungsrollen von Frauen. 405 erfasste Teilnahmen von Frauen.

SDG 8 · Menschenwürdige Arbeit

Landwirtschaftliches Unternehmertum und Kompetenzaufbau. 10 Saisonkräfte auf dem 3 Acre großen Saatgutfeld, 3 MOTHERLAND-Agents, 2 Mitglieder des Local Impact Teams.

SDG 13 · Maßnahmen zum Klimaschutz

Klimaangepasste Praktiken und Bodengesundheit. 84 von 141 der Befragten berichten von Maßnahmen zur Klimaanpassung.

SDG 17 · Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

Zusammenarbeit von Förderern, technischen Akteuren und Märkten. Absichtserklärung (MOU) zwischen MOTHERLAND, RHEA, Peachstone.AI und Learning from the Motherland gUG unterzeichnet.

Umsetzung vor Ort und organisatorische Unterstützung. Learning from the Motherland gUG ist die gemeinnützige Organisation mit Sitz in Hamburg, die lokal geführte Initiativen bei Mittelakquise, Partnerschaften und strategischen Fragen unterstützt. MOTHERLAND CBO ist die kenianische, gemeindebasierte Umsetzungsorganisation, die direkt mit bäuerlichen Gemeinschaften im Siaya County arbeitet. Diese Unterscheidung, ebenso wie die zwischen Förderern, technischen Partnern, Marktpartnern und Umsetzungsakteuren, macht transparent, wie das Programm von MOTHERLAND 2025 umgesetzt wurde.
16
Abschnitt 16

MEAL, Datenqualität und Lernen

Das Monitoringsystem von MOTHERLAND führte 2025 zahlreiche Datenquellen zusammen: Registrierung der Betriebe, Kartierung der Flächen, Teilnahme an Schulungen, Produktions- und Aggregationsdaten, Inspektionen, Finanz- und Bestandsunterlagen, Befragungen sowie aufgezeichnete Erfahrungsberichte. Jede Quelle ist am aussagekräftigsten, wenn sie im Rahmen dessen gelesen wird, was sie tatsächlich belegen kann.

Aus der Bauerngemeinschaft von MOTHERLAND: zertifiziertes Nyota-Bohnensaatgut, Siaya County
DatenquelleWas sie belegtWie sie eingeordnet wird
Registrierung und FlächenkartierungBeteiligung, demografische Merkmale und Eigenschaften der BetriebeVerwaltungsdaten
Teilnahme an SchulungenDurchgeführte Schulungen und Teilnahme der Bäuerinnen und BauernBeleg für Teilnahme; Anwesenheit allein belegt noch keine Übernahme in die Praxis
Produktion und AggregationErnte, Anbaufläche, Saatgutrückführung und Verkauf/AggregationVerwaltungsdaten zur Produktion
FortschrittsbefragungSelbstauskünfte zu Einkommen, Ernährungslage, Anbaupraxis und KlimafolgenStichprobenbasierte Wirkungsdaten
Erfahrungsberichte von Bäuerinnen und BauernErfahrungen, Wahrnehmungen und berichtete VeränderungenQualitative Belege, sofern möglich mit Aufzeichnungen abgeglichen
Finanz- und BestandsunterlagenFördermittel, Bestände, Transaktionen und FinanzierungFinanz- und Unternehmensdaten; Transaktionswert ist nicht gleich Gewinn

Lernen aus den Daten

Die Ergebnisse aus 2025 zeigen, wie wertvoll die Verbindung von Verwaltungsdaten und der Stimme der Bäuerinnen und Bauern ist: Produktions- und Aggregationsdaten liefern messbare Mengen, Befragungen geben einen breiteren Überblick über selbst berichtete Wirkungen, und Erfahrungsberichte zeigen, wie die Menschen die Veränderungen durch ihre Programmteilnahme erleben. MOTHERLAND baut die Erfassung auf Ebene der einzelnen Betriebe aus, damit sich die Beteiligung über mehrere Saisons verfolgen und mit Produktion, Verkäufen, Übernahme von Anbaupraktiken, Saatgutrückführung und Verbleib im Programm verknüpfen lässt.

Datenqualität und Rechenschaft

Ein zentraler Grundsatz der Berichterstattung 2025 lautet: Alle veröffentlichten Zahlen bleiben auf ihre Quelle rückführbar und werden entsprechend ihrer Belegkraft gekennzeichnet. So wird verhindert, dass Schulungsteilnahmen als Beleg für die Übernahme in die Praxis oder Befragungsergebnisse als unabhängig überprüfte Wirkungen dargestellt werden. Einkommensveränderungen sollen in künftigen Befragungen weiterverfolgt und, wo möglich, mit Verwaltungsdaten der einzelnen Betriebe verknüpft werden.

17
Abschnitt 17

Prioritäten 2026

Von den Ergebnissen 2025 zu einer messbareren und skalierbaren nächsten Phase. Die Agenda 2026 baut unmittelbar auf den Erkenntnissen und Systemen aus 2025 auf. Im Mittelpunkt stehen Reichweite, zertifiziertes Saatgut, Klimaresilienz, Märkte, digitale Beratung, Unternehmensentwicklung und eine bessere Wirkungsmessung.

Aus der Bauerngemeinschaft von MOTHERLAND, Siaya County
Strategischer Bereich
Ausrichtung 2026
Umsetzungsziel
Passung
Strategischer BereichReichweite und Schulungen
Ausrichtung 2026Mehr Bäuerinnen und Bauern erreichen, bei gleichbleibender Qualität und besserer Erfassung auf Betriebsebene
UmsetzungszielÜber 1.000 Bäuerinnen und Bauern auf LIMA; 500 schließen bis Nov. 2026 alle 16 Module ab
PassungStark
Strategischer BereichZertifiziertes Saatgut
Ausrichtung 2026Vermehrung und revolvierenden Saatgutzugang ausbauen
Umsetzungsziel20 Acre Saatgutfläche; 14.400 kg KEPHIS-zertifiziertes Saatgut bis Nov. 2026
PassungStark
Strategischer BereichDemonstration und Lernen
Ausrichtung 2026Praxisnahes Lernen und landwirtschaftliche Beratung stärken
UmsetzungszielNeue Förderung durch die W.P. Schmitz Stiftung und Biovision für Betrieb und Produktion
PassungStark
Strategischer BereichKlimaresilienz und Bodengesundheit
Ausrichtung 2026Regenerative Landwirtschaft, Bodenregeneration und Wasserschutz ausweiten
UmsetzungszielKompost bzw. Wurmkompost für jeden teilnehmenden Haushalt; Bodenanalysen bis Okt. 2026
PassungStark
Strategischer BereichDigitale Landwirtschaft / LIMA
Ausrichtung 2026LIMA von der Entwicklung in Test und messbare Nutzung überführen
UmsetzungszielDigitale Schulungen; Betatest; angestrebt 75 % Nutzung durch das Team bis Okt. 2026
PassungStark
Strategischer BereichMEAL
Ausrichtung 2026Langzeitmessung auf Betriebsebene aufbauen
UmsetzungszielBasiserhebung für 1.000 LIMA-Betriebe; über 1.000 verifizierte EProd-Datensätze
PassungStark
Strategischer BereichEinbindung von Frauen und Jugendlichen
Ausrichtung 2026Inklusion als messbare Programmdimension beibehalten
UmsetzungszielMindestens 60 % Frauen und junge Menschen unter allen teilnehmenden Betrieben 2026, erfasst in EProd
PassungPassend
18
Abschnitt 18

Investitionsmöglichkeit

Die nächste Phase lokal getragenen landwirtschaftlichen Wandels unterstützen. Die Begründung für eine Investition stützt sich auf das, was MOTHERLAND bereits aufgebaut hat, und nicht auf die Behauptung, alle angestrebten Wirkungen seien erreicht: ein zusammenhängendes Modell aus Unterstützung für Bäuerinnen und Bauern, revolvierendem Saatgutsystem, zertifizierter Saatgutproduktion, Aggregation und Marktaktivität, lokaler Führung, technischen Partnerschaften und digitaler Innovation.

Aus der Bauerngemeinschaft von MOTHERLAND, Siaya County

BegründungWas 2025 gezeigt hatWas zusätzliche Investitionen ermöglichen können
Leistungen für die BetriebeAktive saisonale Beteiligung und 537 SchulungsteilnahmenKontinuierlichere Schulungen, Anbauberatung, Nachbetreuung und Beratung in den Gemeinden
Saatgutsysteme3.376,5 kg Saatgut zurückgeführt und zertifizierte Saatgutproduktion aufgebautMehr lokal verfügbares Saatgut und ein leistungsfähigeres revolvierendes Saatgutsystem
KlimaresilienzKlimaangepasste und regenerative Praktiken eingeführtBreitere Anwendung, Bodenregeneration, Wassermanagement und bessere Vorbereitung auf die Saison
MärkteAggregation und strukturierter AnkaufMehr institutionelle Abnehmer, verbindlichere Vereinbarungen und bessere Marktplanung
Digitale BeratungEntwicklung der LIMA-Plattform vorangebrachtTests, Einführung, Qualitätssicherung und gemessene Nutzung
MEAL141 von 209 aktiven Betrieben der Hauptregenzeit befragtEindeutige IDs, Basis- und Folgeerhebungen sowie Wirkungserfassung auf Betriebsebene
Wirtschaftliche TragfähigkeitBetriebsmittelkredit vollständig zurückgezahltMehr eigenes Umlaufkapital, bessere Finanzsysteme und breiter aufgestellte Einnahmen
Aus der Bauerngemeinschaft von MOTHERLAND, Siaya County
Ein datenbasiertes Investitionsangebot

Es geht nicht einfach darum, mehr Aktivitäten zu finanzieren, sondern ein zusammenhängendes System zu stärken.

Wissen der Bäuerinnen und Bauern, hochwertiges Saatgut, Klimaresilienz, Märkte, digitale Beratung und belastbare Daten verstärken sich gegenseitig. Institutionelle Förderer und Unternehmen können so gezielt einen Baustein unterstützen und zugleich zu einem umfassenderen, lokal getragenen Landwirtschaftsmodell beitragen.

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Abschnitt 19

Anhang: Quellen, Hinweise und Dank

Die Quellen hinter dem Wirkungsbericht 2025, transparent dokumentiert.

QuellenartVerwendung im Bericht
Registrierungsdaten der BetriebeBeteiligung, demografische Merkmale, geografische Abdeckung
Anwesenheitslisten der SchulungenDurchgeführte Schulungen und Teilnahmen nach Thema/Termin
Produktions- und AggregationsdatenSaisonale Ernte, zurückgeführte bzw. angekaufte Mengen, Marktaktivität
Betriebsinspektionen und Berichte der AgronomenAgronomische Beobachtungen und Überprüfung vor Ort
Fortschrittsbefragung der Bäuerinnen und Bauern 2025Selbstauskünfte zu Einkommen, Ernährungslage, Anbaupraxis und Klimafolgen
Aufgezeichnete ErfahrungsberichteQualitative Belege; ausgewählte Berichte aus dem Kiswahili und Luo übersetzt
BestandsdatenAnfangsbestand, zurückgeführte Bohnen, Ankäufe, Ausgaben und Verkäufe
FinanzunterlagenMitteleingänge, Ausgaben, Finanzierung und Buchhaltungsbelege
KEPHIS-ZertifizierungsunterlagenZertifizierte Saatgutproduktion und behördliche Prüfung
Partner- und ProjektunterlagenBeiträge der Partner, Entwicklung von LIMA und Umsetzungspläne

Dank

MOTHERLAND dankt von Herzen den Bäuerinnen und Bauern sowie den lokalen Verantwortlichen, deren Beteiligung, Erfahrungen und Rückmeldungen im Mittelpunkt dieses Berichts stehen. Unser Dank gilt ebenso den Mitarbeitenden, technischen Akteuren, Behörden, Marktpartnern und Entwicklungspartnern, die 2025 zur Umsetzung beigetragen haben.

Besonderer Dank gilt Chancemaker Foundation für die mehrjährige Partnerschaft, Cisco für die Unterstützung der KI-Entwicklung von LIMA, Peachstone.AI für den Bau des LIMA-Tools sowie Learning from the Motherland gUG für Management, Mittelakquise, strategische Beratung und partnerschaftliche Unterstützung.

Abschnitt 20

Fazit

Die Wirkungsgeschichte von MOTHERLAND im Jahr 2025 handelt davon, Fundamente zu stärken: für das Wissen der Bäuerinnen und Bauern, Saatgutsysteme, Klimaresilienz, Märkte, lokale Führung, digitale Innovation und belastbare Daten. In der nächsten Phase geht es darum, diese Fundamente verantwortungsvoll zu nutzen, mehr Bäuerinnen und Bauern zu erreichen, Veränderungen besser zu messen und Systeme aufzubauen, die lokal getragenen landwirtschaftlichen Wandel dauerhaft tragen.

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